Der Beitrag ist zwar schon etwas älter, ich möchte aber dennoch etwas dazu schreiben, denn mich stört da ein wenig dieser Satz:
Zitat:
Vielleicht haben wir aber trotzdem noch Glück, es liest jemand und hat ernsthaftes Interesse daran den Tieren zu helfen
Nur weil andere die Problematik Freikauf kennen und dies aus Erfahrung nicht unterstützen wollen, haben sie auch kein Interesse zu helfen?
Wenn es der Wahrheit entspricht, dass der Pelzer pro Tier noch 20€ haben wollte, da kommt bei diesem Tierschutzgedanke die Tiere Frei zukaufen, leider nicht von sehr weit her.
Der Pelzer hatte noch ca. 52 Tiere über, die anderen schon verkauft an andere Pelzer, Züchter oder selbst gepelzt. Warum wollten die anderen Pelzer oder Züchter nicht auch diese 52 Tiere?, vor allem zu dem Preis.
Es ist ganz einfach. Diese 52 Chins waren für sie nichts Wert. So ein Chinipelz, je nach Farbe und Qualität, kann zwischen 40 und 150 € liegen.
Es kam dem Pelzer, zu dem anderen Verkaufsgewinn, nochmals 52 x 20 € = 1040€ zugute und das im Namen des Tierschutzes.

Da kann man leider nicht sagen „gut gemacht“. Wenn der Pelzer den restlichen Chins das Fell abgezogen hätte, wären es für diese Qualität höchstens 5-10 € gewesen die er verdient hätte wenn überhaupt.
Natürlich kann man nun sagen, was sind denn schon 20 € für ein Tierleben, dann sollte man nicht vergessen das vor 20 – 25 Jahren beim kauf eines Chins einige zig. DM über den Tisch gegangen sind. Mittlerweile haben Chins den Status von Hamster, Merris, Hasen und Co, es hat schon seinen Grund wieso kein Tierhändler 20€ für einen normalen Chin zahlt.
Da hier ein Frettchenforum ist, Frettchen diesen Status
noch nicht erreicht haben, kann man dies auch mal hoch rechnen. Was kostet ein Frettchen? Je nach Farbe, Felllänge 70 – 150 €? Und da hier in diesem Forum viele Frettchenhilfen und auch privat Personen sind, sich den Tieren verschrieben haben, aufnehmen und weiter vermitteln, stelle ich doch mal die Frage, bei 2 Tieren mit 200 € Kostenpunkt. Wenn ich so die Gruppenstärke eines Rudel sehe, rechnen wir doch mal 200 € x 2. Ich gehe sogar soweit, dass ich sage sie sind kastriert und geimpft. Würdet ihr diese 4 Tiere für 400€ frei kaufen? Ich würde mal sagen, eine Hilfe kann sich das gar nicht leisten, eine Privatperson?, da lese ich auf anderen Plattformen aussagen wie „ich kann sie aufnehmen und weiter vermitteln, aber zahlen tue ich nichts dafür“. Sogar bei einem Tier wird so lange gefeilscht, wenn der Verkäufer nicht einverstanden ist hat das Frettchen eben pech und das bei privaten Leuten die noch nicht einmal Züchter sind.
Warum soll es bei Chins anders sein?, da es nur um 20€ geht und um leben oder tot? Wer kann denn sagen, dass es in einem Jahr, in dieser Anlage, nicht um Frettchen geht und vielleicht um dessen Leben? Oder Umzug in ein Nachbarland mit weniger Auflagen, billigen Arbeitskräften usw. und das u.a. auch finanziert durch falsch verstandenen Tierschutz.
Gerade diejenigen die oft mit Zuchtauflösungen zu tun haben wissen über die Problematik, wie solche Menschen Mitleid schinden können, um die richtigen Personen anzusprechen. Auflösungen wegen Alter, Krankheit u.s.w. sind die Standardsätze. Auch wissen diejenigen das sie damit in den seltensten Fällen wirklich ganz aufhören, egal wie alt oder krank sie sind. Dann sind es viell. Mäuse (wenig Platz, wenig Arbeit, der Zeitraum ist sehr sehr kurz, kosten minimal), verkauf an Zoohandlungen als Futter. Viele fallen darauf rein und unterstützen mit solchen Freikäufen diese weitere Problematik auch für andere Tierarten.
Durch diese Aktion wurde der Pelzer 1040€ reicher, zuzüglich was er an den anderen Chins verdient hat. Wenn man über einen Rand sehen will, dann sollte man sich ein Fernglas nehmen, um noch weiter sehen zu können. Dann wird man feststellen dass Freikäufe keine Hilfe für eben genau diese anderen Tiere/Tierarten sind.
Solche Handlungen ein wenig kritischer betrachten, es weniger mit Tierschutz in Verbindung bringen, dass ist für jetzt und für die Zukunft der Tiere -Tierschutz- sogar für Mäuse.
Duffy